Langsam starten und vorsichtig steigern – Ermittlung der Dosierung

Eine der großen Fragen in der CBD-Forschung ist die Frage nach der richtigen Dosierung. In diesem Bereich gibt es noch viel zu tun, aber wir von Leafreport können euch einige nützliche Richtlinien an die Hand geben. Was ist CBD? CBD, oder Cannabidiol, ist ein nicht-berauschendes Cannabinoid, das aus Hanf gewonnen wird – ein enger Verwandter […]
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Zora Degrandpre, MS, ND.
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Eine der großen Fragen in der CBD-Forschung ist die Frage nach der richtigen Dosierung. In diesem Bereich gibt es noch viel zu tun, aber wir von Leafreport können euch einige nützliche Richtlinien an die Hand geben.

Was ist CBD?

CBD, oder Cannabidiol, ist ein nicht-berauschendes Cannabinoid, das aus Hanf gewonnen wird – ein enger Verwandter von Cannabis oder Marihuana. Das bedeutet, dass es nicht high macht, sondern bei verschiedenen Problemen wie Schmerzen, Schlafstörungen, Entzündungen, Depressionen und Angstzuständen helfen kann und das Nerven-, Verdauungs-, Immun- und Herzkreislaufsystem unterstützt. Nebenwirkungen sind relativ selten, können aber Mundtrockenheit, Durchfall, Müdigkeit, Schläfrigkeit und Veränderungen des Appetits beinhalten. Bitte sprecht immer mit einem sachkundigen Arzt und Apotheker, wenn ihr die Einnahme von CBD in Erwägung zieht, da es zu Wechselwirkungen mit euren aktuellen Medikamenten kommen kann.

Dosierungen für Einsteiger

Wir empfehlen generell langsam zu starten und die Dosis vorsichtig zu steigern, was bedeutet, dass man mit der niedrigstmöglichen Dosis beginnt und sie langsam erhöht, bis man die gewünschten gesundheitlichen Ziele erreicht hat, während man die Reaktionen des Körpers stets beobachtet.

Die Wissenschaft ist noch nicht an dem Punkt, an dem wir sagen können “Starte mit so und so viel mg CBD”. Dazu bedarf es weiterer Untersuchungen. Wenn wir oben genannte Methode empfehlen, dann weil es ein langsamer, sicherer und stetiger Weg ist, um die bestmögliche Dosis zu finden – das hängt allerdings auch von eurer Geduld und sorgfältigen Beobachtungen ab, wie ihr auf das CBD ansprecht. Die vollständige Begründung für diesen Ansatz wird später in diesem Artikel beschrieben, hat sich aber für viele Menschen als sehr nützlich erwiesen. Es ist ein sicherer Weg, um die beste Dosis zu bestimmen – und es kann euch sowohl kurz- als auch langfristig Geld sparen.

Die geringstmögliche Dosis

Dies hängt bis zu einem gewissen Grad von der gewählten Konsummethode für das CBD ab – mit anderen Worten, es hängt davon ab, ob ihr beabsichtigt, eher Öle/Tinkturen, Edibles, Kapseln oder Vapen zu verwenden. Nebenbei bemerkt, wird Vapen generell nicht empfohlen, außer bei akuten (plötzlichen) Zuständen wie Schmerzen.

Wenn die Gesamtmenge an mg in einer 30mL Öl/Tinktur-Flasche 100 mg beträgt, enthält jeder ml (eine Pipettenfüllung):

100 mg/ 30 ml= 3,33 mg/ml (eine Pipettenfüllung)

1 Tropfen enthält:

3,33 mg/ml x 1ml/20 Tropfen= 0,167 mg/Tropfen

· Wenn ihr Öle oder Tinkturen verwendet, dann richtet sich die niedrigste mögliche Dosis danach, wie viel ihr mit einer Pipette genau abmessen könnt. Normalerweise sind das 1 ml oder etwa 20 Tropfen. (Zum Vergleich: ein Teelöffel hat etwa 5 ml, sodass ein Teelöffel 5 Pipettenfüllungen oder 100 Tropfen entsprechen würde).

· Wenn ihr Kapseln oder Tabletten verwendet, ist die kleinste verfügbare Dosis normalerweise 5 mg. Diese können nicht so einfach geteilt werden.

· Wenn man Edibles verwendet, die man halbieren oder vierteln kann, muss man durch 2 oder 4 teilen, um die Menge in der Hälfte oder dem Viertel zu bestimmen.

· Einige Vaping Pens können so eingestellt werden, dass sie eine abgemessene Dosis liefern.

· Bei Topika sollte man mit einer erbsengroßen Menge beginnen und die Menge langsam steigern.

Topika neigen dazu, etwas schneller zu wirken – man sollte also innerhalb von 20-30 Minuten wissen, ob sie wirken. Wenn die Schmerzen danach immer noch da sind, empfiehlt es sich, eine etwas größere Menge zu verwenden (z.B. bohnengroß). Die meisten Menschen werden spürbare Ergebnisse erzielen, wenn die verwendete CBD-Menge zwischen 10 und 50 mg liegt, abhängig von der behandelten Fläche, der Schwere des Schmerzes und der CBD-Menge im Produkt. Es ist wichtig zu verstehen, dass man bei vielen Topika nicht weiß, wie viel CBD man verwendet, da es schwierig sein kann, die Menge eines Gels, Balsams oder einer Lotion, die man verwendet, genau zu messen.

Übliche Dosierungen für Einsteiger

Bei Ölen und Tinkturen gibt es eine größere Bandbreite an möglichen Einstiegsdosen – es wäre vernünftig, mit 10 Tropfen zu beginnen (oder, im obigen Beispiel, 1,67 mg [10 x 0,167 mg/Tropfen]). Wenn die Öl-/Tinkturflasche insgesamt, sagen wir, 500 mg enthält (oder 16,67 mg/ml und 0,833 mg/Tropfen). Ein vernünftiger Startpunkt kann 1-2 Tropfen sein. Edibles können eine ähnliche Bandbreite an Anfangsdosen bieten – am einfachsten sind Edibles, die man leicht in 2, 3, 4 oder mehr gleich große Stücke teilen kann.

Denkt daran, wenn ihr eine größere Person seid, könnt ihr mehr CBD brauchen, um eine Wirkung zu erzielen, aber das gleiche Prinzip gilt – fangt niedrig an und steigert euch langsam!

Topika können etwas schwieriger sein, da die Gesamtmenge an CBD meist als die Gesamtmenge im ganzen Behälter angegeben wird. Wie oben beschrieben, beginnt mit einer erbsengroßen Menge eines Topika und steigert die Menge langsam – von erbsengroß zu bohnengroß, bis zur Größe einer kleinen Münze (z.B. 20 Cent) zu einer größeren Münze (z.B. 1 Euro) gehen.

Einige Ärzte können eine etwas höhere Anfangsdosis empfehlen – 5 mg. Wenn man sich dafür entscheidet, mit 5 mg zu beginnen, würde man im obigen Beispiel (Kasten) mit 0,167 mg/Tropfen mit 30 Tropfen oder 1,5 Pipetten beginnen. (5 mg ÷ 0,167 mg/Tropfen = 29,94 Tropfen oder ~30 Tropfen= 1,5 Pipetten).

Warum sollte man eine höhere Anfangsdosis wählen? Ein guter Grund (im Gegensatz zum Überstürzen des Einnahmeprozesses!) wäre, weil man etwas mehr wiegt oder größer ist. Die Dosierungen werden oft nach Gewicht berechnet, weil größere Menschen oft mehr von einer Substanz brauchen, um eine Wirkung zu erfahren. Wenn man über 100kg wiegt, ist es vernünftig, mit einer etwas höheren Anfangsdosis zu beginnen – von etwa 5-10 mg. Je größer man ist, desto mehr CBD braucht man für Gewöhnlich, um eine Wirkung zu erzielen.

Ein weiterer vernünftiger Grund, mit einer höheren Anfangsdosis zu beginnen, ist zum Beispiel, wenn Depressionen, Angstzustände oder Schlafprobleme bedeutende Faktoren in eurem Leben sind. Das ist verständlich, aber die anderen Variablen – vor allem, wie der Körper auf CBD reagieren wird – lassen sich nicht vorhersagen. Dadurch, dass man mit einer niedrigen Dosis (z.B. 5-10 mg) anfängt, kann man den Prozess besser kontrollieren, die beste Dosierung finden und auf lange Sicht Geld sparen. Wenn euer Arzt euch eine gewisse Anfangsdosis vorschlägt – folgt seinem Rat! Er kennt euch besser als wir und kann eine vernünftige Anfangsdosis basierend auf eurem Zustand, eurer Krankengeschichte, aktuellen Medikamenten und eurem Gewicht empfehlen.

Warum langsam starten?

Zugegeben, die Suche nach der “besten” Dosis kann ein langwieriger Prozess sein. Es wird jedoch aus mehreren verschiedenen Gründen empfohlen.

· Derzeit gibt es nicht genug belastbare Forschung, um genauere Richtlinien zu geben.

· Jede Person kann unterschiedlich auf die gleiche Dosis reagieren. Dies kann aufgrund von Gewicht, Alter, anderen Medikamenten und der Schwere des Gesundheitsproblems variieren. Es kann auch abweichen, weil Individuen die gleiche Menge CBD unterschiedlich verarbeiten.

· CBD wird von der Leber verarbeitet und es gibt große genetische Unterschiede, wie verschiedene Lebern arbeiten. Manche Menschen können sogar “paradoxe” Reaktionen auf CBD haben – anstatt ihnen beim Schlafen zu helfen, kann CBD sie wach halten! Dies geschieht meiner Erfahrung nach am häufigsten bei Menschen mit einer genetischen Veranlagung zum Alkoholismus. Die Biochemie des Körpers ist eine wunderbare Sache – aber es gibt noch viele ungelöste Fragen. Mit diesem Prozess könnt ihr mit Sicherheit herausfinden, ob CBD euch helfen kann – und EURE beste Dosierung ohne mögliche Nebenwirkungen finden.

· Die bekannten Nebenwirkungen sind relativ selten und vergleichsweise gering. Dennoch wollen wir sicherstellen, dass diese Nebenwirkungen minimiert und gleichzeitig die potenziellen Vorteile maximiert werden.

· Eine Überdosierung ist sehr ungewöhnlich – die meisten Studien haben gezeigt, dass Menschen bis zu 1500 mg CBD pro Tag sicher einnehmen können. Eine Überdosierung von CBD kann zu extremer Schläfrigkeit, Magenverstimmung, Übelkeit oder Durchfall führen, aber es gibt keine Berichte über Todesfälle im Zusammenhang mit CBD (solange man nicht versucht, Rennen zu fahren oder einen Berg zu besteigen!)[1] Allerdings ist eine Überdosierung natürlich etwas, das es zu vermeiden gilt.

· Wir wissen immer noch nicht genug über die Wechselwirkungen, die CBD mit verschreibungspflichtigen Medikamenten haben kann.[2] CBD wird, wie jede andere Substanz, die man zu sich nimmt, von einer Reihe von Leberenzymen verarbeitet (entgiftet), die als CytP450 (oder einfach P450) Gruppe bekannt sind. Es gibt zwei Phasen im Entgiftungsprozess der Leber. Während dieser Prozesse kann eine Substanz die Konzentration einer Untergruppe von Enzymen erhöhen, was dazu führt, dass die Substanz entweder MEHR oder WENIGER aktiv ist. Euer Arzt – und vor allem euer Apotheker – kann euch dabei helfen, herauszufinden, welche möglichen Wechselwirkungen zwischen CBD und euren Medikamenten bestehen könnten und sich entsprechend anzupassen. Ich kann nicht genug betonen, dass es wichtig ist, sowohl mit dem Arzt als auch mit dem Apotheker zu kommunizieren, wenn man andere verschreibungspflichtige Medikamente einnimmt, vor allem solche, die mit der “Grapefruit-Warnung” versehen sind, da CBD und diese Medikamente ein wichtiges Mitglied der P450-Gruppe – CYP3A4 – beeinflussen und es zu erheblichen Wechselwirkungen kommen kann.[3]

· Dieser Ansatz kann euch bares Geld sparen.

Langsam starten leicht gemacht

Hier ist der Ansatz, den ich empfehle.

· Schreibt zuerst eure Gesundheitsziele auf – so könnt ihr objektiv feststellen, ob diese Ziele erreicht wurden. Lasst Platz für alle unerwünschten Wirkungen, die ihr erfahrt – und für alle Vorteile!

· Je nach Konsumart – Öle/Tinkturen, Edibles oder Kapseln – empfiehlt es sich, mit der niedrigsten Dosis zu beginnen und mindestens eine Stunde zu warten, um zu beurteilen, ob man sich besser, gleich oder schlechter fühlt. Gibt es Anzeichen dafür, dass das CBD mit dieser Dosis wirkt – fühlt ihr weniger Schmerzen, seid ihr schläfrig, fühlt ihr euch ängstlich? Wenn ihr keine Anzeichen spürt, wiederholt die gleiche Dosis 3 mal täglich für mindestens 4 Tage. Manche empfehlen, mindestens eine Woche zu warten, aber 4 Tage scheinen ein guter Kompromiss zu sein zwischen einer wirklichen Beurteilung der Reaktion und so lange zu warten, dass man entweder aufgibt oder zu schnell auf eine höhere Stufe wechselt.

· Wenn man nach dieser anfänglichen Einschätzungsphase das Gefühl hat, dass man die Dosis erhöhen muss, sollte man versuchen, sie um nicht mehr als das 1,5-fache zu erhöhen. Wenn die anfängliche Dosis also 5 mg war, sollte es nach der Erhöhung nicht mehr als 7,5 mg betragen. Dies basiert nicht auf Forschung, sondern auf klinischer Erfahrung. Auch hier hängt viel von der Wahl des Öls/Tinkturen, Edibles oder Kapseln ab. Am einfachsten und genauesten geht es mit Tinkturen oder Edibles, aber die Wahl liegt bei euch.

· Nehmt die leicht erhöhte Dosis wieder für mindestens 4 Tage und notiert eure Reaktionen.

· Wiederholt das Ganze nach Bedarf, bis ihr eure optimale Dosis gefunden habt.

Abschließende Gedanken

CBD ist eine sehr sichere Substanz, von der viele Menschen profitieren können.[4] Es gibt keine “Wunderheilmittel” auf dem Markt, aber CBD kann sehr wohl eine gute gesundheitliche Möglichkeit sein, von der ihr profitieren könnt. Dieser Ansatz ermöglicht es euch, die für euch beste Dosis zu finden und gleichzeitig unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu minimieren. Es ist SEHR wichtig, dass ihr einen sachkundigen Arzt (und Apotheker) findet, der euch durch den Prozess führt, besonders wenn ihr noch andere Medikamente nehmt. Außerdem solltet ihr euren Arzt fragen, ob ihr – sobald ihr eure “beste” CBD-Dosis gefunden habt – versuchen könnt, andere Medikamente zu reduzieren, die das gleiche Problem behandeln.

Verweise

[1] https://www.openaccessgovernment.org/take-too-much-cbd/71920/#:~:text=The%20general%20consensus%20among%20professionals,disorienting%20side%20effects%2C%20not%20death.

[2] Landmark CJ, Brandl U. Pharmacology and drug interactions of cannabinoids. Epileptic Disorders. 2020 Jan;22:S16-22.

[3] Brown JD, Winterstein AG. Potential adverse drug events and drug–drug interactions with medical and consumer cannabidiol (CBD) use. Journal of clinical medicine. 2019 Jul;8(7):989.

[4] Iffland K, Grotenhermen F. An update on safety and side effects of cannabidiol: a review of clinical data and relevant animal studies. Cannabis and cannabinoid research. 2017 Jun 1;2(1):139-54.

 

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Dr. Zora DeGrandpre practices naturopathic medicine (home visits) in rural Washington and is a professional medical and scientific writer and editor, specializing in naturopathic, functional, botanical and integrative medicine. Dr. DeGrandpre has degrees in drug design, immunology and natural medicine and has extensive research experience in cancer and molecular immunology. In her practice, Dr DeGrandpre has found the use of CBD with elderly patients and others to be safe and clinically effective. She brings to all her writing a straightforward approach that is accurate, clear and authentic.

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